Gesundheit wird traditionell häufig als „Abwesenheit von Krankheit“ definiert. Doch Gesundheit ist mehr als das. Sie umfasst auch, wie Menschen ihre Gesundheit erleben. Eine Person mit krankheitsbedingten Einschränkungen kann dennoch positive Gesundheit erfahren. Umgekehrt kann sich auch eine medizinisch gesunde Person weniger gesund fühlen.
Aus diesem Grund hat sich die Sichtweise auf Gesundheit in den letzten Jahren verändert. Anstelle eines ausschließlichen Fokus auf Krankheit und Behandlung rücken Wohlbefinden, Sinngebung und Lebensqualität zunehmend in den Vordergrund. Dieses breitere Verständnis wird im Konzept der positiven Gesundheit zusammengeführt.
Während sich die Gesundheitsversorgung früher vor allem auf die Behandlung von Beschwerden konzentrierte, wird heute zunehmend berücksichtigt, was das Leben lebenswert macht. Nicht nur das, was jemand fehlt, steht im Mittelpunkt, sondern auch das, was jemand braucht, um sich gut zu fühlen.
Diese Entwicklung steht im Einklang mit Erkenntnissen aus der Psychologie, in denen Wohlbefinden mit der Erfüllung grundlegender psychologischer Bedürfnisse verknüpft ist.
Eine bekannte psychologische Theorie geht davon aus, dass Menschen drei grundlegende psychologische Bedürfnisse haben: bedeutungsvolle soziale Beziehungen, das Erleben von Autonomie und das Gefühl von Kompetenz („basic psychological needs der Selbstbestimmungstheorie“, Buch: Intrinsic Motivation and Self-Determination in Human Behavior 1985, Deci und Ryan 1987). Die Theorie besagt, dass ein positiver Zusammenhang zwischen der Erfüllung dieser Bedürfnisse und positiven Gefühlen und Gedanken besteht (Baumeister und Leary 1995).
Diese positiven Gefühle und Gedanken führen letztlich zu positivem Verhalten, wie höherer intrinsischer Motivation, mehr Selbstvertrauen, stärkerer Teilhabe, gesünderen Entscheidungen in Bezug auf Ernährung und Bewegung sowie verbessertem psychischem und physischem Wohlbefinden.
Diese gesundheitsfördernden Aktivitäten fördern wiederum positive Gefühle und Gedanken. Dies führt letztlich zu einem gesünderen Leben und nicht lediglich zur Vermeidung von Krankheit. Das Konzept der positiven Gesundheit basiert auf dieser Theorie.
Das Konzept der positiven Gesundheit wurde 2011 von Machteld Huber und Kolleginnen und Kollegen eingeführt und im British Medical Journal veröffentlicht. Gesundheit wird darin definiert als:
Die Fähigkeit von Menschen, sich anzupassen und ihr Leben selbst zu gestalten, angesichts körperlicher, emotionaler und sozialer Herausforderungen.
Diese Definition entstand aus internationaler Forschung, die zeigte, dass Fachkräfte im Gesundheitswesen häufig körperliche Funktionen in den Vordergrund stellten, während Patientinnen und Patienten Gesundheit deutlich umfassender erlebten, einschließlich Sinngebung, Lebensqualität und sozialem Wohlbefinden.
Huber und Kolleginnen und Kollegen beschrieben außerdem sechs Dimensionen einer ganzheitlichen Sicht auf Gesundheit:
Diese Erkenntnisse führten zur Entwicklung des Konzepts der positiven Gesundheit sowie eines Gesprächsinstruments, das alle sechs Dimensionen einbezieht. Seitdem findet dieser Gesundheitsansatz zunehmend Anerkennung im heutigen Gesundheitswesen.
Auch wenn in der Wissenschaft weiterhin diskutiert wird, ob das Konzept vollständig neu ist und wie valide die eingesetzten Messinstrumente sind, besteht Einigkeit darüber, dass positive Gesundheit in der Praxis sehr gut anwendbar ist. Das gemeinsame Gespräch darüber, was positive Gesundheit für eine Person bedeutet, unterstützt ein sinnvolles, ausgewogenes und resilientes Leben, auch bei chronischer Erkrankung.
Bewusstsein für das Wesentliche stärken
Nehmen Sie sich Zeit, um sich auf das zu konzentrieren, was Ihrem Leben Sinn und Energie verleiht. Fragen Sie sich: „Was gibt mir ein Ziel, wodurch fühle ich mich wertgeschätzt oder verbunden?“ Notieren Sie eine Aktivität, die Ihnen wirklich wichtig ist, und planen Sie dafür jede Woche Zeit ein.
Tägliche Resilienz fördern
Akzeptieren Sie, dass Herausforderungen zum Leben gehören, und richten Sie den Fokus darauf, wie Sie darauf reagieren. Stellen Sie sich statt der Frage „Warum passiert mir das?“ die Frage „Was kann ich daraus lernen?“. Entwickeln Sie eine Strategie, die Sie dabei unterstützt, etwa durch Atemübungen, Gespräche, Spaziergänge in der Natur oder das Aufschreiben von Gedanken und Gefühlen.
Den Körper als Grundlage pflegen
Körperliches Wohlbefinden unterstützt die mentale und emotionale Gesundheit. Tun Sie Dinge, die Ihrem Körper guttun. Beginnen Sie klein und setzen Sie realistische Schritte. Fahren Sie eine sonnige Route auf Bike Labyrinth, machen Sie einen kurzen Spaziergang oder genießen Sie die Sonne unter einer warmen Decke. Achten Sie auf ausreichend Schlaf und eine bewusste Ernährung.
Soziale Kontakte stärken und vertiefen
Positive Gesundheit wächst durch den Kontakt mit anderen Menschen. Verabreden Sie sich einmal pro Woche zu einem Gespräch. Bitten Sie um Unterstützung und bieten Sie Unterstützung an, wenn Sie können. Dies vertieft soziale Verbundenheit.
Den Blick auf das richten, was gut läuft
Schulen Sie Ihre Aufmerksamkeit für Stärken und Möglichkeiten. Benennen Sie täglich eine Sache, die gut gelaufen ist und für die Sie dankbar sind. Würdigen Sie, was gelungen ist und welchen Beitrag Sie selbst dazu geleistet haben.
Eigenverantwortung übernehmen und Ziele anpassen
Bei positiver Gesundheit geht es um Selbstmanagement und Anpassungsfähigkeit. Setzen Sie sich kleine Ziele und reflektieren Sie diese regelmäßig, ohne sich selbst zu kritisieren, sondern um sie gegebenenfalls an Ihre aktuelle Situation anzupassen. Wenn es nicht möglich ist, 15 Minuten am Stück zu radeln, fahren Sie 15 Minuten mit Pausen oder wählen Sie eine kürzere Route. Bike Labyrinth bietet eine große Auswahl an Routen. Genießen Sie vor allem die schönen Bilder, das Sonnenlicht und die Sehenswürdigkeiten.