Für Menschen mit somatischen Beschwerden, Demenz oder anderen psychogeriatrischen Erkrankungen bietet Norschoten einen Ort für die Pflege, die sie benötigen. Bewegung spielt dabei eine wichtige Rolle. Deshalb sorgt Jesse Boer bei Norschoten dafür, dass die Klientinnen und Klienten so fit und vital wie möglich bleiben. Er arbeitet dabei als Bewegungstherapeut an verschiedenen Standorten in der niederländischen Region Barneveld.
Norschoten bietet sowohl kurzfristige Pflege, wie etwa Rehabilitation, als auch langfristige Pflege an und verfügt über mehrere Wohnpflegeeinrichtungen in der Region.
Wenn die Motivation bei den Klientinnen und Klienten fehlt, ist Bike Labyrinth eine Möglichkeit, die Aktivität sozialer und attraktiver zu gestalten. Im Tageszentrum, das Jesse regelmäßig besucht, gibt er wöchentlich Fitnesskurse für Menschen mit Parkinson. „Wir fahren immer eine Weile mit dem Hometrainer, aber oft finden die Klientinnen und Klienten das nicht motivierend und halten es nicht lange durch. Deshalb radeln sie lieber mit Bike Labyrinth. Gemeinsam suchen wir dann eine Route aus, und mehrere Klientinnen und Klienten schauen auf dem Bildschirm mit. Das macht die Aktivität sozial und fördert die Motivation," erzählt Jesse.
Übrigens kann Bike Labyrinth auch bei Besuchen helfen, bei denen der soziale Kontakt manchmal eine Herausforderung darstellt. „Familienangehörige und Bekannte, die zu Besuch kommen, können hier ebenfalls gemeinsam radeln. Es kann für sie schwierig sein, ein Gespräch zu beginnen, aber Bike Labyrinth liefert dafür Gesprächsstoff," erläutert Jesse.
Jesse beschäftigt sich hauptsächlich mit Bewegung und hat daher viel Zeit und Aufmerksamkeit für dieses Thema, doch viele Pflegekräfte müssen es mit ihren anderen Aufgaben in Einklang bringen. Wenn jemand körperlich und geistig dazu in der Lage ist, können Klientinnen und Klienten Bike Labyrinth selbstständig nutzen. „Es ist meine Aufgabe, dem Pflegepersonal praktische Hilfsmittel an die Hand zu geben. Ich empfehle zum Beispiel, jemanden eine Viertelstunde mit Bike Labyrinth radeln zu lassen, sodass die Pflegekräfte in dieser Zeit andere Aufgaben erledigen können," fährt Jesse fort.
“Dadurch, dass die Bewohnerinnen und Bewohner virtuell Routen durch ihre eigene Umgebung radeln können, etwas, das viele von ihnen ohne Begleitung nicht mehr selbst tun könnten, geben wir ihnen ein Stück Selbstständigkeit zurück.”
Einer der größten Vorteile, den Jesse nennt, ist der Wiedererkennungseffekt der Routen. „Bei Menschen mit Demenz erleben wir manchmal, dass beim Radfahren durch das alte Dorf, in dem sie früher gelebt haben, wieder Wiedererkennung einsetzt und Erinnerungen wachgerufen werden." Für viele Bewohnerinnen und Bewohner ist es schwierig, an Orte zurückzukehren, an denen sie früher viel waren. Umso besonderer ist es, wenn sie diese Orte virtuell dennoch besuchen können. „Als wir Landgut Staverden als virtuelle Route entdeckten, sind wir sofort mit einer Dame losgeradelt, die früher in der Nähe gewohnt hat. Wir fuhren am Schloss Staverden vorbei, und das hat die Dame sehr berührt. Sie hatte früher im Schloss gearbeitet und nicht gedacht, jemals wieder dorthin zurückkehren zu können," schließt Jesse.
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