Bike Labyrinth als Schlüssel zu Lebensfreude bei Demenz
30. April 2026

Die Welt wird für Menschen mit Demenz immer kleiner besonders wenn sie in eine Pflegeeinrichtung ziehen. Bei Villa Wittenburg, Teil von Bloezem Woonzorg (Niederlande), legt man großen Wert darauf, dass die Bewohnerinnen und Bewohner ihr vertrautes Leben so weit wie möglich weiterführen können. Lebensfreude steht im Mittelpunkt und Bike Labyrinth gehört dazu.

Resditent cycling with Bike Labyrinth

Villa Wittenburg ist eine Pflegevilla mit rund 24 Apartments für Menschen mit einer Form von Demenz. Jacquelien van Sante arbeitet als Wohnbegleiterin und Aktivitätenbetreuerin und setzt sich jeden Tag dafür ein, den Bewohnerinnen und Bewohnern dieses Lebensglück zu schenken. Die offene Pflegeeinrichtung liegt mitten in der Natur: „Die Bewohnerinnen und Bewohner können jederzeit selbst in den Obstgarten gehen und genießen diese Freiheit sehr", erzählt Jacquelien.

Persönlicher Kontakt als Grundlage

„Ich versuche jeden Tag, den Bewohnerinnen und Bewohnern ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern und oft steckt das schon in kleinen Momenten", erklärt Jacquelien. Die Bewohnerinnen und Bewohner ziehen in der Regel bereits in einem frühen Stadium in die Einrichtung, sodass die Pflegekräfte jeden Menschen so gut wie möglich kennenlernen können. „Indem wir jeden persönlich kennenlernen, können wir in einem späteren Stadium leichter Entscheidungen treffen etwa bei der Kleidungswahl, dem Musikgeschmack oder den Hobbys."

Die Welt virtuell entdecken

„Wir möchten, dass die Bewohnerinnen und Bewohner so viel Eigenständigkeit wie möglich behalten", fährt Jacquelien fort. „Viele unserer Bewohnerinnen und Bewohner haben viel gereist oder sogar im Ausland gelebt, und sie freuen sich sehr, diese Orte virtuell wieder besuchen zu können." Mit Bike Labyrinth entdecken die Bewohnerinnen und Bewohner virtuell mehr als 900 Orte auf der ganzen Welt.

Resditent cycling virtual route with Bike Labyrinth

Bei Villa Wittenburg steht Bike Labyrinth in einem ruhigen Wohnzimmer mit wenigen Reizen. „Als Betreuerin bleiben wir immer dabei, um das Fahrrad einzustellen", erklärt Jacquelien. „Ich bestimme das Reizniveau der Route. Für manche Bewohnerinnen und Bewohner funktioniert eine reizarme Route deutlich besser als eine belebte." Darüber hinaus erlebt Jacquelien es als wertvollen Einzelmoment mit der betreffenden Person. „Der Bewohnerin oder dem Bewohner wird wirklich zugehört und gleichzeitig bewegt er oder sie sich auch noch."

Vom Rollstuhl zum Spaziergang durch den Obstgarten

Bike Labyrinth regt auch auf überraschende Weise zur Bewegung an. „Eine unserer Bewohnerinnen kam im Rollstuhl zu uns und hatte dadurch kaum noch Selbstvertrauen. Wir nahmen diese Person jeden Tag mit auf eine virtuelle Fahrradtour."

“Mit Bike Labyrinth lernte sie wieder Fahrradfahren inzwischen ist kein Rollstuhl mehr nötig, sie läuft selbstständig durch unseren Obstgarten und fährt draußen auf dem Duo-Fahrrad. Das hat ihr enorm viel Selbstvertrauen gegeben und sorgt zudem für mentale Stimulation.”

Jacquelien van Sante, Wohnbetreuer

Erinnerungen entlang vertrauter Orte

Bike Labyrinth weckt auch wertvolle Erinnerungen. Durch das virtuelle Besuchen vertrauter Orte beginnen die Bewohnerinnen und Bewohner von selbst zu erzählen. „Ein Herr hat früher auf Kreuzfahrtschiffen in Rotterdam (Niederlande) gearbeitet und blüht regelrecht auf, wenn er die Route durch Rotterdam (Niederlande) fährt. Die Route führt am Einstiegspunkt der Holland-Amerika-Linie vorbei, und darüber hat er viele Geschichten zu erzählen", berichtet Jacquelien. „Es gibt auch eine Dame, die zunächst weder Fahrradfahren noch sich bewegen wollte. Als wir ihr zeigten, dass es eine Route an ihrem Elternhaus vorbeiführt wo sie mit ihren elf Brüdern und Schwestern aufgewachsen ist war sie sofort überzeugt."

Eigenständigkeit, keine Verpflichtung

Eigenständigkeit steht in der Einrichtung an erster Stelle. „Nichts ist verpflichtend auch Fahrradfahren oder Bewegung nicht. Wir versuchen zwar, die Bewohnerinnen und Bewohner zu motivieren, aber sobald sie einmal auf dem Fahrrad sitzen, sind sie neun von zehn Mal überzeugt. Dann kommen sie selbst zu uns und fragen, ob sie wieder fahren dürfen", erzählt Jacquelien.

„Kurz gesagt ist Bike Labyrinth viel mehr als eine Bewegungsaktivität. Es ist eine Brücke zu Erinnerungen, eine Quelle der Freude und eine wunderbare Möglichkeit, Menschen mit Demenz für einen Moment in ihre eigene Welt einzutauchen. Eine echte Empfehlung für die Pflege."

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