Diese Frage untersuchte ein Student für das Maastricht University Medical Center (MUMC+) in den Niederlanden. Die zentrale Empfehlung aus der Untersuchung: Bike Labyrinth. Wir haben mit Hanneke van Dijk gesprochen - Physiotherapeutin, wissenschaftliche Mitarbeiterin am MUMC+ und aktiv im Zorginnovatielab - über bewegungsfördernde Krankenhäuser, die Anschaffung von zehn Bike Labyrinth-Systemen und die Erfahrungen von Patientinnen, Patienten und Fachpersonal.
„Oft liegen Patientinnen und Patienten schon vor einer Operation im Bett, obwohl das medizinisch gar nicht notwendig ist“, erklärt Hanneke. „Dadurch verlieren sie schnell an Kondition und Muskelkraft, was die Aufenthaltsdauer verlängert. Ein Bewegungskrankenhaus hat das Ziel, mit verschiedenen Maßnahmen mehr Bewegung in den Klinikalltag zu bringen.“ Während eines Krankenhausaufenthalts liegen Patientinnen und Patienten über 80 % der Zeit im Bett - oft ohne medizinischen Grund. Bewegungskrankenhäuser wollen diese negativen Effekte so weit wie möglich vermeiden und den Funktionsstatus bei der Entlassung verbessern.
Eine dieser Maßnahmen im MUMC+ ist Bike Labyrinth. Hanneke schildert, wie es dazu kam: „Wir wollten, dass die Patientinnen und Patienten ihr Zimmer häufiger verlassen. Ein Student untersuchte verschiedene Möglichkeiten, und Bike Labyrinth stellte sich als die beste Lösung heraus.“
Und das mit großem Erfolg. In einer Probephase testete das MUMC+ ein Bike Labyrinth kostenlos. Die Rückmeldungen waren laut Hanneke durchweg positiv. „Umfragen zeigen, dass die Patientinnen und Patienten es schätzen, der Krankenhausumgebung kurz zu entfliehen. Sie bewegen sich gern aktiv. Sie wissen zwar, dass Bewegung gesund ist, haben im Krankenhaus aber oft keine Möglichkeit dazu. Bike Labyrinth ermöglicht es ihnen, Erinnerungen wachzurufen oder neue Orte zu entdecken. Ein Patient, der zwei Wochen lang bei uns war, nutzte das System täglich. Nach der Testphase wurde ein Budget beim Vorstand beantragt – so konnten zehn Bike Labyrinths angeschafft werden.“
Heute sind die Geräte in verschiedenen Stationen im Einsatz: Physiotherapie, Kardiologie, Onkologie oder Intensivstation. „Ich denke, es wäre sogar auf der Kinderstation oder in der Ambulanz geeignet“, meint Hanneke. „Natürlich hängt der Einsatz vom individuellen Gesundheitszustand ab, aber grundsätzlich wird Bike Labyrinth während des gesamten Krankenhausaufenthalts genutzt.“
Auch das Pflegepersonal ist begeistert. „Es ist einfach zu bedienen und kostet wenig Zeit“, sagt Hanneke. „Manche Kolleginnen und Kollegen nutzen es sogar selbst in der Nachtschicht. Bike Labyrinth bringt Patientinnen und Patienten in Bewegung – und sie haben auch noch Freude daran. Damit ist es ein sehr niederschwelliger Weg, um im Krankenhaus mehr Aktivität zu fördern.“
So konnte nicht nur der Student sein Projekt erfolgreich abschließen, sondern auch das MUMC+ einen nachhaltigen Beitrag zur Bewegungsförderung leisten.