Eine Woche lang durch fünf verschiedene Länder radeln, lokale Snacks probieren und eine Stempelkarte abhaken – das erlebten die Bewohner der niederländischen Gemeinde Hardenberg während der „Snacking and Virtual Cycling“-Woche. Organisiert wurde die Veranstaltung von De Stuw und Gewoon Actief Gezond, zwei niederländischen Organisationen, die sich für Gesundheit und Bewegung einsetzen.
Claudia Jansen, Sozialarbeiterin bei De Stuw, erzählt über die Zusammenarbeit zwischen Gewoon Actief Gezond von der Gemeinde und De Stuw. „Gemeinsam haben wir geschaut, an welchen Standorten die Fahrräder am besten platziert werden können, um möglichst viel Begegnung zu fördern.“
Dabei wurde auch berücksichtigt, wo Bike Labyrinth weniger geeignet ist. „In der Physiotherapie gibt es bereits viele Bewegungsmöglichkeiten. Wir möchten Bike Labyrinth vor allem als Treffpunkt einsetzen und fanden Nachbarschaftshäuser oder Mehrzweckzentren dafür passender.“
Nicht alle Einwohner wissen, dass die Bike Labyrinth-Systeme in der Gemeinde öffentlich zugänglich sind. Deshalb wurde die Aktion „Happen und virtuell radeln“ ins Leben gerufen. „Fünf Tage lang fuhren die Teilnehmer virtuell durch Marokko, Frankreich, Norwegen, Italien und die Niederlande. Jeden Tag gab es passende Snacks und Dekorationen aus dem jeweiligen Land. Mit einer Stempelkarte konnten die Radfahrer ihren Fortschritt verfolgen“, erklärt Claudia.
Die Aktion sorgte eindeutig für mehr Bekanntheit. Eine 91-jährige Dame erzählte, wie sehr sie sich über die Initiative freut. „Sie findet es so schön, dass sie jetzt gemeinsam mit anderen radeln kann. Außerdem weiß sie nun genau, wie Bike Labyrinth funktioniert, und möchte jede Woche wiederkommen, um weiterzufahren“, berichtet Claudia.
Auch andere Teilnehmer zeigten, was Bike Labyrinth bewirken kann. Eine Dame nutzt es inzwischen täglich. „Wegen Sturzgefahr kann sie nicht mehr allein auf die Straße“, erklärt Claudia. „Mit dem Duo-Fahrrad kann sie fahren, ist aber auf andere angewiesen. Mit Bike Labyrinth kann sie nun wieder selbstständig radeln. Das macht ihr großen Spaß und gibt ihr ein Gefühl von Freiheit zurück.“
Um die Organisation zu erleichtern, wurde an einem Standort eine Zeitschaltuhr an Bike Labyrinth angeschlossen. So schaltet sich das System morgens automatisch ein und abends wieder aus. „Nachdem wir gehört hatten, dass eine Bewohnerin früh radeln wollte, haben wir die Zeitschaltuhr einfach eine Stunde früher eingestellt, damit auch diese begeisterten Radfahrer ihre Touren machen können“, ergänzt Claudia.
Am Ende der Woche erhielten alle Teilnehmer einen Blumenstrauß als Dankeschön für ihr Engagement. „Eine der Damen wollte sogar in der nächsten Woche wieder mitmachen. Zum Glück kann sie Bike Labyrinth auch ohne Aktionswoche weiter nutzen“, schließt Claudia ab.