Samstag, der 11. April 2026, ist der Welt-Parkinson-Tag. An diesem Tag denken wir an Menschen, die mit der Parkinson-Krankheit leben, und an ihre Angehörigen.
Die meisten Menschen verbinden Parkinson vor allem mit einem zitternden Hand oder Bein, dem Tremor, der so charakteristisch für die Erkrankung ist. Doch die Parkinson-Krankheit zeigt viele Gesichter. Betroffene leiden häufig auch unter Muskelsteifheit, Gleichgewichtsproblemen und sogenannten Freezing-Episoden beim Gehen, bei denen jemand plötzlich nicht mehr weitergehen kann und wie angewurzelt stehen bleibt. Kognitive Schwierigkeiten sind ebenfalls häufig: Das Verarbeiten neuer Informationen fällt schwerer, Denken und Handeln verlangsamen sich, und die Initiative zu ergreifen erfordert mehr Anstrengung. Die Ursache liegt im allmählichen Absterben von Nervenzellen, die Dopamin produzieren, was die Signalübertragung im Gehirn stört. Warum diese Zellen absterben, ist noch nicht vollständig geklärt.
In den letzten Jahren hat die Forschung zu Lebensstilfaktoren, die den Verlauf der Erkrankung beeinflussen können, deutlich zugenommen. Bewegung ist einer davon. Regelmäßige Bewegung ist für alle gut, aber für Menschen mit Parkinson scheint sie besonders wertvoll zu sein: Ausreichend aktiv zu bleiben kann die Symptome spürbar verbessern. Auch die Rolle von Umweltfaktoren wie Pestiziden und Luftverschmutzung erhält in der wissenschaftlichen Forschung zunehmend Aufmerksamkeit. Dabei handelt es sich oft um komplexe Langzeitstudien, deren Ergebnisse noch nicht vollständig bekannt sind.
Bewegung muss dabei nicht anstrengend sein. Mit Bike Labyrinth können Menschen mit Parkinson in ihrem eigenen Tempo virtuelle Fahrradtouren unternehmen, aus der vertrauten Umgebung zu Hause oder in einer Pflegeeinrichtung. So bleiben Sie auf eine Weise in Bewegung, die zu Ihnen passt.
Professor Bloem und seine Forschungsgruppe sind Experten auf dem Gebiet der Parkinson-Krankheit. Im vergangenen Monat wurde eine Studie seiner Gruppe, gemeinsam mit Forschern der Universität Utrecht (IRAS & Julius-Zentrum), in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht. Die Studie kartiert erstmals regionale Unterschiede in der Anzahl der Neuerkrankungen an Parkinson in den Niederlanden (Simões Lancet Reg Health Eur. 2026).
Die Forscher verknüpften Gesundheitsdaten mit demografischen und sozioökonomischen Daten. Neue Diagnosen wurden anhand von Sterbeurkunden, Medikamentenverschreibungen, Krankenversicherungsansprüchen und Krankenhausdaten berechnet.
Nach Bereinigung um das Bevölkerungswachstum blieb die Zahl der Neuerkrankungen pro Jahr zwischen 2017 und 2022 stabil. Die Gesamtzahl der Menschen mit Parkinson in den Niederlanden steigt dennoch, weil Betroffene länger leben. Das ist eine positive Entwicklung, die unter anderem auf die bessere und spezialisierteren Versorgung zurückzuführen ist, die unter anderem durch Netzwerke wie ParkinsonNet, ein nationales niederländisches Netzwerk spezialisierter Parkinson-Fachleute, verfügbar geworden ist.
Auffällig waren auch die großen regionalen Unterschiede: Im Norden der Niederlande wurden mehr Neuerkrankungen verzeichnet als im Süden. Außerdem zeigte sich, dass das Risiko, an Parkinson zu erkranken, bei Männern und bei Menschen mit höherem Bildungsabschluss größer ist, und das Risiko steigt mit dem Alter.
Eine naheliegende Frage ist, ob in Gebieten mit stärkerer Verschmutzung oder höherem Pestizideinsatz auch mehr Parkinson-Neuerkrankungen auftreten. Dieser Zusammenhang war in der Studie nicht deutlich erkennbar. Die geografische Verteilung der Neudiagnosen stimmt nicht mit der Verbreitung bekannter Risikofaktoren wie Luftverschmutzung oder bestimmten landwirtschaftlichen Praktiken überein.
Die Forscher betonen, dass dies nicht bedeutet, dass die Umwelt keine Rolle spielt. Die Parkinson-Krankheit entwickelt sich durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren über einen langen Zeitraum, der sich manchmal über Jahrzehnte erstreckt. Menschen ziehen um, ihre Lebensumgebung verändert sich und ihre persönliche Exposition gegenüber Risikofaktoren variiert erheblich. Zudem wird die Diagnose oft erst gestellt, wenn deutliche Symptome vorliegen, obwohl die Erkrankung bereits früher begonnen hat. Diese Studie betrachtete Personengruppen und deren Wohnort zum Zeitpunkt der Diagnose, nicht die individuelle Exposition über ein ganzes Leben. Um Umweltfaktoren angemessen beurteilen zu können, ist weitere Forschung auf individueller Ebene erforderlich. Diese Forschung läuft bereits, unter anderem im Rahmen des OBO2-Programms (einer Zusammenarbeit zwischen dem Radboud-Universitätsklinikum und IRAS) und der PD-PEST-Studie.
Dies ist die erste großangelegte Studie in den Niederlanden, die regionale Unterschiede in der Anzahl neuer Parkinson-Diagnosen kartiert. Sie stellt damit einen wertvollen Ausgangspunkt für weitere Forschung zu den Ursachen dieser Unterschiede dar.